Subsidiäre und korporative Kulturpolitik stärken – Bürgerkultur statt Soziokultur
Antrag der Fraktion der AfD
„Ich sage es gleich zu Beginn: Dieser Antrag ist ein Angriff auf die freie Kultur in Niedersachsen – auf das, was unser Land stark, lebendig und vielfältig macht. Die AfD fährt seit Jahren einen Feldzug gegen die Kultur, auch hier in Niedersachsen. Mit dem heutigen Antrag ist ein negativer Höhepunkt erreicht.
Warum? Weil er offenbart, wovor die AfD wirklich Angst hat: vor einer lebendigen Kultur, die Partizipation ermöglicht, Fragen stellt und den Spiegel vorhält.
Unser Grundgesetz und unsere Landesverfassung schützen die Freiheit von Kunst und Kultur. Der Schutz umfasst nicht nur den klassischen Kulturbetrieb, sondern Kunst und Kultur in ihrer Breite.
Die AfD versucht aber, Kultur zu spalten: „Bürgerkultur“ versus „Soziokultur“. Mit diesem Ihrem Spaltungsversuch werden Sie scheitern: Die niedersächsischen Kulturverbände haben in offenen Briefen klar Stellung bezogen gegen ihren Antrag und sich solidarisch an die Seite der Soziokultur gestellt.
Die Soziokultur ist in den 1970er-Jahren entstanden. Unter dem Leitsatz „Kultur für alle“ sollten Orte entstehen, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Bildung oder Geldbeutel Zugang zu Kunst und Kultur finden. Diese Idee ist in Niedersachsen längst gelebte Realität.
Und was besonders wichtig ist: Die Soziokultur trägt Kultur in den ländlichen Raum.
Während Theater, Museen und große Festivals oft in den Städten konzentriert sind, sind es gerade die soziokulturellen Zentren, die in kleinen Städten und Gemeinden die einzigen kontinuierlichen Kulturangebote machen. Mit anderen Worten: Ohne Soziokultur gäbe es in vielen ländlichen Regionen Niedersachsens schlicht kein vielfältiges Kulturangebot. Niedersachsen wäre um einiges ärmer.
Kultur ist das Fundament unserer Demokratie. Sie schafft Räume für Begegnung, für Auseinandersetzung, für kritisches Denken. Das wusste schon Friedrich Schiller, der schrieb: „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ Und diese Freiheit verteidigen wir gegen alle Versuche, sie einzuengen. Die AfD greift nicht nur die Kultur, sondern unsere offene Gesellschaft an.
Wir stehen an der Seite der Kulturschaffenden – in den Theatern, in den soziokulturellen Zentren, in den Vereinen, auf den Bühnen im ganzen Land. Denn Kultur gehört allen.“
Die vollständige Rede finden Sie hier: TOP 42 in der 72. Sitzung am 12.09.2025